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US-Zölle erschüttern die Märkte, Wachstumserwartungen fallen

Im Überblick

Am 2. April verkündete US-Präsident Trump eine Reihe neuer Zölle und sprach vom „Liberation Day“.
Aktien und Anleihenrenditen fielen, weil man jetzt mit weniger Wachstum rechnet.
Weltweit dürften Anleihen risikoreichere Titel hinter sich lassen. Bei Unternehmensanleihen dürften Qualitätspapiere vorn liegen.

Am 2. April verkündete US-Präsident Donald Trump eine Reihe neuer Zölle. Er sprach vom „Liberation Day“ und behauptete, dass sie der US-Wirtschaft nutzen würden. Trump führte einen 10-prozentigen Basiszoll auf Importe aus allen Ländern weltweit ein, ergänzt um zusätzliche „reziproke“ Zölle für Länder, die Importe aus den USA seiner Meinung nach stark einschränken.

Die reziproken Zölle für etwa 60 laut Trump „besonders schlimme Übeltäter“ werden wohl am 9. April in Kraft treten.

Folgen für die Märkte

Allgemein wird erwartet, dass Trumps neue Zölle die Weltwirtschaft bremsen und die Inflation anheizen. Die Ankündigungen lagen am oberen Ende der Erwartungen. Analysten schätzen, dass der Effektivzoll auf Exporte in die USA auf 20% bis 25% steigt.

Manche Analysten halten es für möglich, dass nicht nur die amerikanische Inflation steigt, sondern auch das Wirtschaftswachstum um 1 bis 2 Prozentpunkte fällt. Die USA befänden sich dann in der Stagflation. Durch die US-Einfuhrzölle werden die Exporte anderer Länder nicht mehr so stark wachsen. Die Folge ist ein negativer Konjunkturschock, von dem angesichts der verkündeten Zollsätze vor allem Asien und Europa betroffen sind.

Aktien verloren deshalb, und die Anleihenrenditen gingen zurück. Auch gilt eine Rezession in den USA und auch in anderen Ländern jetzt als sehr viel wahrscheinlicher. Manche Banken prognostizieren sie für die USA jetzt sogar ganz offiziell.

Darüber hinaus dürfte sich das Geschäftsklima wegen der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheit weiter verschlechtern. In den nächsten Wochen könnten die Quartalsberichte amerikanischer und nicht amerikanischer Unternehmen bereits einen Vorgeschmack darauf geben. Es ist schwer vorstellbar, dass Aktien ihre jüngsten Verluste wieder wettmachen, nachdem das Welthandelssystem gerade auf den Kopf gestellt wurde. Weitere Verluste sind wahrscheinlich.

Europa hat ein Timing-Problem. Höhere Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben dürften der europäischen Konjunktur und damit auch den Aktienmärkten irgendwann helfen. Kurzfristig wird Europa aber unter den höheren Zöllen für zahlreiche Sektoren leiden. Wie in den USA werden Aktieninvestoren auch in Europa jetzt genau zuhören, wenn sich die CEOs zu Wort melden.


Revidierte Erwartungen für die Geldpolitik

Grundsätzlich fallen bei niedrigeren Wachstumserwartungen die Anleihenrenditen, aber was passiert kurzfristig? Die Fed könnte mit weniger Wachstum bei mehr Inflation konfrontiert sein. Am Markt dominieren die Konjunkturzweifel; man rechnet jetzt mit fast vier Zinssenkungen in diesem Jahr. Damit die Fed ihren Leitzins wirklich so stark senkt, müssten sich aber wohl die Konjunkturdaten verschlechtern, und insbesondere müsste sich der Arbeitsmarkt abkühlen. Für Anleihen ist der Zinsausblick aber gut. Da eine Rezession wahrscheinlicher geworden ist, könnten die Realrenditen fallen. Einstweilen könnten die Auswirkungen der Zölle wichtiger sein als der mittelfristige Haushaltsausblick. Aber auch er wird für die Langfristrenditen auf Dauer nicht folgenlos bleiben. Alles in allem rechnen wir in nächster Zeit mit steileren Zinsstrukturkurven.

Vielleicht werden die Notenbanken gefordert, die Folgen des Handelskrieges abzumildern. Am Markt rechnet man mit weiteren Zinssenkungen der EZB. Wir gehen davon aus, dass auch die Bank of England die Zinsen stärker senkt als bisher erwartet – und angesichts der hohen Zölle auf japanische Güter ist zweifelhaft, dass die Bank of Japan die Geldpolitik weiter strafft.

Konsequenzen für Anleger

Der Dollar ist nach Trumps Rede gefallen. Die aggressivere US-Zollpolitik, aber auch andere Dinge scheinen Anleger mehr und mehr gegen die weltgrößte Volkswirtschaft einzunehmen. US-Aktien könnten daher weiter nachgeben, und auch am amerikanischen Anleihenmarkt könnte es schwieriger werden. Wer allerdings die USA weiterhin als sicheren Hafen schätzt, dürfte sich in nächster Zeit wohl eher für US-Anleihen als für US-Aktien entscheiden. Das gilt auch für amerikanische Anleger.

Weltweit rechnen wir mit Mehrerträgen von Anleihen, wobei „staatsanleihenähnliche“ Qualitäts-Unternehmensanleihen vor „aktienähnlichen“ Titeln liegen werden, deren Spreads eng mit Aktien korreliert sind. Kurz laufende Unternehmensanleihen und Linker dürften ebenfalls von einer defensiveren Haltung internationaler Investoren profitieren.

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